David Harnasch

Es gibt auch noch ein Leben ausserhalb Facebooks. Hier beispielsweise.

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Anonym fragte: Guten Tag Herr Harnasch, von Bekannten im journalistischen Gewerbe habe ich erfahren, dass es sehr schwer sein soll, für eine Tageszeitung mit bundesrepublikanischer Reichweite zu schreiben. Da ich dies jedoch anstrebe, würde ich mich freuen, wenn Sie mir etwas von Ihren Erfahrungen oder gar einen Tipp bezüglich Ihrer Karriere bei der WELT berichten könnten. Vielen Dank!

Lernen Sie das Handwerk bei einem Lokalblatt und machen Sie dann (auch in Ihrer Freizeit) überregional auf sich aufmerksam. Das Internet bietet alle Möglichkeiten. Sie steigern Ihre Chancen auf Veröffentlichung, wenn ein Redakteur Ihren Namen bereits aus anderem Kontext in positiver Erinnerung hat. Praktika bei den überregionalen Medien sind relativ leicht zu bekommen (weil relativ mies bezahlt) und bieten beste Möglichkeiten, Kontakte zu knüpfen. Der Beruf des Journalisten hat zwar - zu recht übrigens - eine erbärmliche Reputation, ist aber - ebenfalls zu recht - hochbegehrt. Wer eitel einerseits und andererseits vielfältig neugierig ist, findet garantiert keinen schöneren Job. Deshalb konkurrieren Sie immer mit einem Praktikanten, der die gleiche Arbeit auch gratis erledigt. Einziger Ausweg: Werden Sie eine Marke. Viel Erfolg!